Leseprobe
Auszug
aus dem Buch "Die Geldlawine". Im Text erwähnte
Nummerierungen beziehen sich auf andere Kapitel des Buches. Die
ggf. nachfolgenden Zwischenüberschriften wurden
nachträglich eingefügt, um das Lesen am Bildschim zu
erleichtern. Links wurden ebenfalls nachträglich
eingefügt.
Ein Experiment (Quelle unbekannt - erhalten von Mitarbeitern der
Daimler Benz AG):
- Stecken Sie 5 Affen in einen Käfig. Hängen Sie eine Banane an einem Seil unter die Decke und stellen Sie eine Trittleiter darunter.
- Sobald der erste Affe auf die Trittleiter klettert, um die Banane zu greifen, bespritzen Sie alle 5 Affen mit eiskaltem Wasser. Wiederholen Sie diese Prozedur bei jedem Versuch eines Affen, die Banane zu ergreifen. Schon bald wird jeder Versuch eines Affen, die Banane zu greifen, von den anderen Affen vehement verhindert.
- Stellen Sie das kalte Wasser ab, und benutzen Sie es nie wieder. Ersetzen Sie einen der 5 ursprünglichen Affen durch einen neuen Affen. Der Neuankömmling wird von den anderen Affen heftig angegriffen, sobald er versucht, die Trittleiter zu erklimmen. Nach weiteren Versuchen lernt er, daß man bei jedem Versuch angegriffen wird.
- Wiederholen Sie den 3. Schritt und ersetzen Sie einen weiteren Affen. Der erste neue Affe aus Schritt 3 wird den zweiten Neuankömmling ebenfalls mit großem Enthusiasmus angreifen – obwohl er nicht weiß, welchen Sinn das hat.
- Ersetzen sie schrittweise die restlichen ursprünglichen Affen durch neue Affen. Achtung: Niemals zwei neue Affen gleichzeitig in den Käfig setzen! Das könnte das Experiment scheitern lassen!
- Nachdem alle ursprünglichen Affen, die die Erfahrung mit eiskaltem Wasser machten, ersetzt wurden, sitzen nun ausschließlich Affen im Käfig, die Verhaltensweisen angenommen haben, deren Gründe sie weder kennen noch verstehen. Sie verhalten sich von nun an gemäß einer Tradition, obwohl die Gründe dafür längst nicht mehr existieren.
„Das haben wir immer so gemacht.“ „Das
ist nicht zu ändern.“ „Das ist nicht
verfassungskonform“. „Das ist nicht mit EU-Recht
vereinbar.“ Verhinderer betonieren leidenschaftlich gern den
Status Quo. Ihre Motive sind entweder Profite und Privilegien, die sie
verteidigen, oder aber die Angst vor Veränderungen. Auf der
sinkenden Titanic schicken sie die Rettungsboote weg, denn
schließlich haben sie die Titanic gebucht und kein
Rettungsboot. Das Leben anderer Menschen ist ihnen
gleichgültig. Der Lieblingsfetisch der Nein-Sager ist die
Verfassung, insbesondere der Föderalismus.
Wie
bei einer im hinduistischen Sinne heiligen Kuh wird dogmatisch
verneint, daß die Verfassung dem Volk dienen soll und nicht
umgekehrt. Heilige Kühe kann man auch essen. Sehr beliebt
für Scheinargumentationen ist die angebliche Unvereinbarkeit
mit EU-Recht. Punkt 7.2. zeigt, wie einfach man die EU an die
Bedürfnisse der Menschen/Wähler anpassen kann. Wenn
jemand meint, etwas sei unmöglich, ist nichts reizvoller, als
das Gegenteil zu beweisen (8.2.). Absolut unterstützenswert sind dagegen all diejenigen, die
sich gegen schädliche „Reformen“ stemmen,
vor allem gegen Lohndrückerei, die vielfältige
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und die Abwärtsspirale
der Kaufkraft.
Auf die Taktik der Arbeitgeberlobbyisten (incl. einiger
etablierter Parteien), die Gewerkschaften als vermeintliche Blockierer
zum Sündenbock zu machen, sind erstaunlich viele unkritische
Journalisten hereingefallen. Außer den Gewerkschaften
vertritt heute niemand mehr ernsthaft die Interessen der Arbeitnehmer.
Auch nicht die diversen Linksparteien, die (wenn auch aus besten
Absichten heraus) Deutschland und seine Arbeitnehmer am schnellsten in
den Abgrund reißen würden, weil sie kein Konzept
gegen den globalen Lohnkostendruck und die Automation besitzen und
neben dem Verlust der Konkurrenzfähigkeit auch den rasantesten
Staatsbankrott bewirken würden.
In Anbetracht ihrer hoffnungslosen Defensive, in der sie nicht mehr
erreichen können, als Zeit zu schinden, beinhaltet dieses Buch
möglicherweise das einzige langfristige
Überlebenskonzept für die Gewerkschaften.
